Waschmaschine richtig nutzen: 7 Tipps für weniger Strom

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Waschen bei 30 statt 60 Grad spart bis zu 60 % Energie pro Waschgang
  • Vollauslastung statt halber Trommel: spart 40–50 % Wasser und Strom pro kg Wäsche
  • Eco-Programm ist trotz längerer Laufzeit das effizienteste Programm
  • Eine moderne Waschmaschine (Klasse A) verbraucht 50–60 % weniger als Geräte von 2010

Die Waschmaschine ist nach dem Kühlschrank der zweitgrößte Stromverbraucher im Haushalt – ein Durchschnittshaushalt wäscht 200–250 mal im Jahr. Wer die richtigen Programme wählt, die Trommel richtig befüllt und einfache Grundregeln beachtet, kann den Stromverbrauch fürs Waschen um 40–60 % senken. Sieben Tipps, die sofort wirken.

Tipp 1: Temperatur senken – der größte Hebel

Rund 85–90 % des Energieverbrauchs einer Waschmaschine entfallen auf das Aufheizen des Wassers. Das bedeutet: Die Temperatur ist der mit Abstand wichtigste Sparfaktor. Ein Waschgang bei 60 °C verbraucht etwa 1,0–1,3 kWh, bei 40 °C ca. 0,6–0,8 kWh, bei 30 °C nur noch 0,4–0,5 kWh.

Für normal verschmutzte Alltagswäsche – T-Shirts, Unterwäsche, Socken, Freizeitkleidung – reichen 30 °C vollständig aus. Moderne Waschmittel sind für niedrige Temperaturen optimiert und entfernen Keime durch enzymatische Prozesse auch ohne Hitze. 60 °C sind wirklich nur bei stark verschmutzter Bettwäsche, Handtüchern oder bei Infektionskrankheiten im Haushalt nötig.

Tipp 2: Trommel voll beladen – nicht halb

Wasser- und Energieverbrauch einer Waschmaschine sind weitgehend fix pro Waschgang – egal ob 3 oder 7 kg Wäsche drin sind. Wer mit halber Füllung wäscht, verdoppelt den Energie- und Wasserverbrauch pro Kilogramm Wäsche. Vollauslastung spart 40–50 % Ressourcen pro kg Wäsche gegenüber einem halben Waschgang.

Die Trommel sollte dabei locker bis zum Rand befüllt sein – nicht hineingestopft. Faustregel: Man sollte eine Handbreit Platz an der Oberkante lassen. Zu volle Trommel reinigt schlechter und belastet das Lager.

Tipp 3: Eco-Programm nutzen – trotz längerer Laufzeit

Das Eco-Programm dauert oft 3–4 Stunden statt 90 Minuten beim Schnellprogramm – was viele dazu bringt, es zu meiden. Das ist ein Fehler. Das Eco-Programm heizt das Wasser langsam auf, nutzt die Wärme effizienter und spart dadurch im Vergleich zum Standard-Baumwollprogramm 25–40 % Energie. Die EU-Energieklassifizierung von Waschmaschinen basiert auf dem Eco-Programm – das Gerät wurde dafür optimiert.

Wer Zeit hat (z. B. über Nacht oder tagsüber mit Zeitvorwahl), sollte das Eco-Programm als Standard nutzen.

Tipp 4: Vorwäsche weglassen

Die Vorwäsche verdoppelt den Wasserverbrauch eines Waschgangs und erhöht die Laufzeit erheblich. Für normal verschmutzte Wäsche ist sie vollständig überflüssig. Moderne Waschmittel (Vollwaschmittel, Colorwaschmittel) schaffen auch hartnäckige Flecken ohne Vorwäsche. Nur bei sehr stark verschmutzter Arbeitskleidung oder speziellen Materialien kann eine kurze Vorweiche in der Trommel sinnvoll sein.

Tipp 5: Schleudertourenzahl optimieren

Höhere Schleuderdrehzahl (1.400 U/min statt 800 U/min) verbraucht etwas mehr Strom beim Waschen, spart aber deutlich mehr Energie beim anschließenden Trocknen – denn feuchte Wäsche braucht im Trockner länger. Der Nettoeffekt ist positiv: Mit 1.400 U/min schleudern und Trockner kürzer laufen lassen ist effizienter als niedrig schleudern und lang trocknen.

Bei Wollpullovern, Seide oder empfindlichen Stoffen: Schleuderdrehzahl reduzieren, um Verformung zu vermeiden – hier überwiegt der Materialschutz.

Tipp 6: Nachtstrom und Zeitvorwahl nutzen

Wer einen dynamischen Stromtarif hat (z. B. Tibber, aWATTar), zahlt nachts und zu schwachlastigen Zeiten deutlich weniger pro kWh. Viele moderne Waschmaschinen haben eine Zeitvorwahl, mit der man den Start programmieren kann – einfach abends die Wäsche einlegen, Start auf 2–5 Uhr stellen, morgens fertige Wäsche rausnehmen. Bei einem Preisunterschied von 10–15 Cent/kWh spart ein Waschgang nachts 10–20 Cent – bei 200 Waschgängen im Jahr: 20–40 € extra.

Tipp 7: Wäschetrockner sparsam einsetzen

Der Wäschetrockner verbraucht pro Betrieb 2–3 kWh – das Drei- bis Fünffache eines Waschgangs. Wer Wäsche an der Luft trocknet, spart diesen Verbrauch komplett. Im Sommer auf dem Balkon oder Garten ist das problemlos möglich. Im Winter innen: Wäsche in gut belüfteten Räumen aufhängen, aber nicht im Schlafzimmer (Schimmelgefahr durch Luftfeuchte). Wer den Trockner nutzt: Wärmepumpentrockner (Klasse A) statt Kondensationstrockner wählen – sie verbrauchen 50–60 % weniger Strom.

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Was bringt eine neue Waschmaschine?

Geräte von vor 2010 verbrauchen pro Waschgang oft 1,3–1,8 kWh. Moderne Klasse-A-Waschmaschinen schaffen denselben Waschgang für 0,45–0,65 kWh – eine Einsparung von 55–65 %. Bei 200 Waschgängen im Jahr und 35 Cent/kWh sind das 60–85 € Stromersparnis pro Jahr allein durch das neue Gerät – bevor du auch nur einen dieser Tipps anwendest. Amortisation eines 600–900 €-Geräts: 7–12 Jahre.

Fazit: Mit 3 Gewohnheiten sofort 40 % sparen

Die drei wirksamsten Maßnahmen kosten nichts und sind sofort umsetzbar: Temperatur auf 30 °C senken, Trommel voll beladen und Eco-Programm nutzen. Allein diese drei Gewohnheiten reduzieren den Stromverbrauch fürs Waschen um 40–50 % – ohne Qualitätsverlust bei der Wäsche, ohne Mehraufwand und ohne Investition.

Lena Bergmann

Lena Bergmann

Autor bei Energieersparnis.com

Lena Bergmann ist Diplom-Ingenieurin für Gebäudetechnik mit über 12 Jahren Erfahrung in der Energieberatung für Privathaushalte und KMU. Nach ihrer Tätigkeit beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft berät sie heute Hausbesitzer beim Umstieg auf erneuerbare Energien und energieeffiziente Heizsysteme. Ihre Fachbeiträge wurden u.a. in der Zeitschrift Gebäude Energieberater veröffentlicht.